In Bezug auf die Geschlechtsverteilung der Mobbingbetroffenen zeigt sich in fast allen Studien, dass Frauen zu zwei Drittel häufiger von Mobbing betroffen sind als Männer. Thomas führt dies darauf zurück, dass Männer in unserer Gesellschaft noch immer die hierarchisch höhergestellten Positionen innehaben und somit mit mehr innerbetrieblicher Macht ausgestattet sind. "Der Anteil der mobbenden Männer ist zweifellos größer, weil die Führungspositionen mehrheitlich von Männern gehalten werden und sich Mobbing von oben nach unten ungleich stärker auswirkt" (1993, S. 63) (Kolodej, 1999:28-29)
Darüber hinaus besteht ein hoher Prozentsatz des Gleichtgeschlechtlichenmobbings. Männer mobben hauptsächlich Männer, und Frauen mobben hauptsächlich Frauen in einer hierarchischen Ebene, wobei die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz eine Ausnahme darstellt. Ein Grund hierfür kann in einer immer noch bestehenden Geschlechterteilung in der Berufswahl, die zu einer weitergehenden Trennung der Geschlechter in der Arbeitswelt führt, gesehen werden. (Kolodej, 1999:29)
Sexuelle Belästigung ist eine besondere, geschlechtsspezifische Form von Psychoterror, bei dem es nicht um sexuelle Befriedigung, sondern um einen Machtverweis an die Frau geht. Ist ein repetitives Verhalten festzustellen, so wird die sexuelle Belästigung unter dem Mobbingbegriff subsumiert. Wichtig ist hierbei jedoch, dass dies keinesfalls die eigenständige Berücksichtigung von sexueller Belästigung erspart, da das schwerwiegende Ausmaß der Handlung bei der Leymannschen Definition erst durch ihre häufige Wiederholung zum Tatbestand wird. (Kolodej, 1999:29)
Ein gravierender geschlechtsspezifischer Unterschied ergab sich bei einer erfolgten Selbstverteidigung der Opfer. Während bei den Männern nach einer erfolgreichen Gegenwehr die sexuellen Belästigungen aufhörten, wurden die sexuellen Belästigungen bei Frauen häufig weitergeführt. (Kolodej, 1999:30)
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